Ein Bericht über den Aktionstag

(Bild: Das Team vom Frauen Nottelefon. Von Links nach Rechts: Rita Nussbaumer, Henny Rack, Susanne Indergand, Regula Müller, Eveline Jordi, Gabriela Binelli, Brigitte Kämpf, Susanne Bachofner)

Wieder Mut schöpfen – eine Aktion des Frauen Nottelefons Winterthur zum 20-jährigen Jubiläum

Mit der Aktion „Wieder Mut schöpfen“ haben wir am 14. April 2010 mit einem eindrücklichen Bild auf die anhaltend grosse Anzahl gewaltbetroffener Frauen aufmerksam gemacht.

In den letzten 20 Jahren wurden im Grossraum Winterthur 10′000 Frauen im Frauen Nottelefon beraten. Ziel der Aktion war, diese Anzahl betroffener Frauen zu visualisieren – d.h. 10′000 Schüsseln unterschiedlicher Grössen, Farben, Formen zu sammeln und am 14. April auf der Steinberggasse aufzustellen. Mit der Aktion wollten wir die breite Öffentlichkeit auf die Thematik Gewalt an Frauen aufmerksam machen – Gewalt geht uns alle an und darf nicht Privatsache bleiben. Nicht zuletzt stand die Aktion auch für die Hoffnung, dass viele betroffene Frauen wieder Mut schöpfen und einen Weg aus der Gewalt finden konnten.

Das Sammeln

Innert acht Wochen haben wir dank der Unterstützung vieler Brockenhäuser, solidarischer Frauen und Männer rund 7000 Schüsseln gesammelt. Die etlichen Solidaritätsbekundungen und positiven Rückmeldungen während der Sammlung haben uns gefreut und in unserem Vorhaben bestärkt. Bereits in der Vorphase, resp. durch das Sammeln der Schüsseln, haben wir auf die Situation gewaltbetroffener Frauen und ihrer Kinder sowie das Angebot der Frauen Nottelefons aufmerksam gemacht.

Der 14. April
Mit grosser Neugier darauf, wie die Steinberggasse mit 7000 mit Wasser gefüllten Schüsseln aussehen wird, trafen sich alle Mitarbeiterinnen, Projektverantwortlichen und HelferInnen frühmorgens auf der Steinberggasse. Dank dem grossen Einsatz zahlreicher Helfer und Helferinnen, konnten die Schüsseln in kurzer Zeit aufgestellt und mit Wasser gefüllt werden. Ein eindrückliches, stimmungsvolles, starkes und kraftvolles Bild entstand, welches bei vorbeigehende Passanten und Passantinnen Neugier weckte. Die Installation hat berührt, betroffen gemacht, nachdenklich oder traurig gestimmt aber sie hat auch beeindruckt, begeistert, gefreut und die Zuversicht geschaffen, dass Hilfe möglich ist.

Viele Gespräche konnten beim Verteilen der Flyer geführt werden. Es gab Menschen, die ihre eigenen Schüsseln brachten. Frauen, die ihre Gewaltgeschichten erzählten. Frauen, die berichteten, wie sie einen Weg aus der Gewalt gefunden haben. Männer, die ihre Betroffenheit als Angehörige oder Freunde von betroffenen Frauen Ausdruck brachten. Unser Ziel, mit der Aktion zu sensibilisieren, aufmerksam zu machen – Gewalt geht uns alle an und darf nicht Privatsache bleiben – wurde erreicht. Immer wieder wurde der Wunsch an uns herangetragen, die Schüsseln mögen doch länger stehen bleiben. Doch mussten wir um 22.00 Uhr alle Schüsseln wieder weggeräumt haben.

Nach der Ansprache von Stadträtin Frau Pearl Pedergnana begann der Abbau der Schüsseln. Gross und Klein leerten das Wasser aus den Schüsseln aus. Dabei entstanddurch den Klang der unterschiedlichen Schüsseln eine Art Musik . Wir sind gespannt auf den Film der Aktion, welcher am Fest vom 20. November in der Alten Kaserne gezeigt wird.

7000 Schüsseln wurden wieder zusammen getragen in Kisten verpackt und zurück in den Lagerraum gebracht. Die besonders Schönen versteigern wir am Fest am 20. November.

Wir hoffen, dass die Aktion nicht nur uns in guter, positiver Erinnerung bleibt, sondern auch bei den vielen Besuchern und Besucherinnen noch lange nachklingt. Nicht zuletzt hoffen wir, dass Frauen, die aktuell von Gewalt betroffen sind, durch die Aktion ermutigt wurden, sich Hilfe und Unterstützung zu holen, um einen Weg aus der Gewalt zu finden.

Eveline Jordi, für das Team vom Frauen Nottelefon Winterthur

2 Comments
  1. Claudia Hürlimann says:

    Ich gratuliere den engagierten Frauen vom Nottelefon zu dieser äusserst originellen, in jeder Hinsicht ansprechenden und hoffentlich entsprechend wirksamen Aktion. Schon die beeindruckende Zahl der Beratungen zeigt, wie wichtig diese Notnummer und die Unterstützung solch erfahrener Fachfrauen ist.

  2. tamara says:

    Herzlichen Dank für Ihre Rückmeldung – sie freut uns sehr! Herzliche Grüsse

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